Traumatherapie – Das Erlebte verarbeiten

In der Arbeitswelt werden heutzutage psychische Probleme sehr ernstgenommen. Allerdings muss man schon fast von Glück sprechen, wenn es um dieses Thema geht: Diese Entwicklung vollzog sich erst in den letzten Jahrzehnten. Bis vor kurzem wurden die Mentalität und die innere Belastbarkeit eines Arbeitnehmers ignoriert, anstatt darauf einzugehen.

Dieser Artikel behandelt das Thema Traumatherapie und wie sie uns helfen kann. Denn viele Menschen sind von einem Trauma betroffen. Wenn auch nur unterbewusst, so können sie unsere alltäglichen Abläufe doch stark beeinträchtigen. Sei es der Autounfall, ein schwerer Fall innerhalb der Familie oder eine Krise am Arbeitsplatz – die Verarbeitung solcher Vorfälle ist von elementarer Bedeutung, um in unsere natürlichen Abläufe zurückzufinden.

Was ist Traumatherapie?

Wer bemerkt, dass er sich in bestimmten Situationen entgegen seiner Gewohnheiten verhält, gegenüber Kollegen komische Reaktionen zeigt oder oft an ein konkretes Ereignis denken muss, der kann sich einer solchen Therapie unterziehen. In der Schweiz gibt es große Zentren wie das Schweizer Institut für Psychotraumatologie, welche derartige Angebote darbieten.

Vor der Behandlung ist die Diagnose der erste Schritt. Konnte man durch Gespräche und Fragen herausfinden, was die Ursache und das auslösende Ereignis waren, so kann man daraus wiederum die Reaktionen des Körpers ableiten.

Denn die Anzeichen sind oft deutlich. Depressionen, Ängste oder Panikzustände in stressigen Situationen zeigen eindeutig, dass die Verarbeitung des Erlebten noch nicht vollständig ist. Gerade dann, wenn eine Begebenheit gewisse Ähnlichkeiten zu dem traumatisierenden Vorfall aufweist, ist eine Reaktion erkennbar.

Wie schränkt uns unser Trauma ein?

Natürlich wirken die genannten Symptome bereits als Beeinträchtigung auf unsere Fähigkeiten. Konzentrationsstörungen auf der Arbeit werden beispielsweise oft durch derartige Probleme hervorgerufen. Dahinter steckt jedoch oft und vor allem das Gefühl der Hilfslosigkeit.

In der auslösenden Situation ist dieses Gefühl nämlich oft Teil des Erlebten. Gerade bei Todesfällen ist dies ein schwerwiegendes Problem. Denn die beteiligten Personen konnten an der Situation und ihrer Entstehung nichts ändern.

Dies führt oft zu einer existenziellen Krise. Der Sinn des Lebens, der Arbeit und der Beziehungen wird hinterfragt. Die Hilfslosigkeit wird in allen Bereichen des Lebens erkannt und führt zu massiven Angstzuständen. Auch das Bewusstsein, sich vor bestimmten Ereignissen nicht selbstständig beschützen zu können, verändert oft die Persönlichkeit des Betroffenen.

Wie hilft eine Therapie gegen diese Probleme?

Der Therapeut möchte seinen Patienten unterstützen, indem er eine Beziehung zu ihm aufbaut. Nur so gelingt es, dass der Patient ihm vertraut und von dem Erlebnis erzählt. Auf der anderen Seite muss die betroffene Person sich auch auf das Gegenüber einlassen. Dies ist natürlich schwierig, da viele Traumata einen Vertrauensbruch zur Folge haben und der Betroffene von anderen Menschen erwartet, dass sie ihn verletzen.

Leider gehört zu einer derartigen Therapie auch immer die Konfrontation. Denn da es um das Ereignis geht, kann man diese Erfahrung auch nicht überspringen. Somit muss der Patient beginnen, darüber zu reden und seine Gefühle und Reaktionen zu verstehen. Nur auf diese Weise kann der Therapeut beginnen, diese Gefühle und Reaktionen zu verstehen und zu bearbeiten. Eine betroffene Person fühlt sich oft grundlos schuldig, beispielsweise wenn es um den Todesfall eines Angehörigen geht. Derartige Gedanken müssen verhindert und umgewandelt werden. So ist es möglich, sich von dem Problem zu lösen und weiter nach vorne zu schauen.

Stressabbau Therapie Trauma

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