Paartherapie – Die Rettung der Beziehung?

Nicht immer ist das Aufgeben die einzige Lösung – oder ist es das doch? Mit diesen Fragen befassen sich viele Paare überall auf der Welt. Häufige Konflikte in Beziehungen sorgen dafür, dass man alles in Frage stellt. Dabei geht es beiden Partnern trotzdem oft so, dass sie an der Verbindung hängen. Gemeinsame Erinnerungen, Erlebnisse oder auch Kinder hindern daran, sich zu trennen.

Und oft ist die Trennung auch nicht die richtige Methode, um glücklich zu werden. Zu oft ist es eine Frage des Umgangs, des Verständnisses und der Umstände, welche einen Streit aufkommen lässt. Dies selbstständig zu erkennen ist jedoch oft schwierig. Aus diesem Grund ist die Beliebtheit der Paartherapie auch leicht zu erklären. In der Schweiz sind es mittlerweile etwa 10% der Paare, die einmal eine solche Therapie durchführen. Allerdings sind es weit mehr, die unglücklich zusammenleben und keinen Ausweg sehen.

Hilft Paartherapie wirklich?

Natürlich ist ein Therapeut unter Umständen nicht immer hilfreich. Dies muss den Patienten auch durchaus bewusst sein. Nicht immer kann man etwas zerstörtes wieder reparieren. Wobei kann ein solcher Mittler nun also helfen?

Eine Krise zwischen Partnern entsteht häufig aus sehr emotionalen Situationen: Missverständnisse und ähnliche alltägliche Ereignisse führen dazu, dass beide Beziehungspartner eine wahre Sturmflut der Gefühle erleben. Aus der Wut, Angst oder Traurigkeit heraus handeln sie dann.

Was erlebt man dann oft? Das Paar trennt sich schnell. Nach wenigen Wochen jedoch kehrt die Sehnsucht zurück, man vergisst seine Wut und findet sich wieder zusammen. Das ist schon fast klassisch. Ein Therapeut kann hierbei die Schlüsselfigur sein, um dies zu verhindern. Denn er ist von Anfang an neutral. Durch seine Professionalität lässt er sich nicht von den Umständen und dem, was die einzelne Person fühlt, beeinflussen. Vielmehr sieht er eine Sachlage vor sich, die er beurteilen möchte. Natürlich ist die emotionale Ebene ein Punkt, welcher ebenfalls berücksichtigt wird.

Dies ermöglicht nun also, dass er eine sachliche Meinung abgibt. Er oder sie kann ein Paar darauf hinweisen, dass die emotionale Seite der Situation für eine falsche Einschätzung der Umstände sorgt. Oft ist es nur die „akute“ Wut, welche in Handlungen resultiert. Lässt man sich von einem Therapeuten beraten, so kann er helfen, diese Dinge zu trennen.

Außerdem ist eine solche Person auch immer jemand, der ohne Gefahr über die Wahrheit sprechen kann. Zusammenhänge zu erklären und Tatsachen auf den Tisch zu legen öffnet oft die Augen. Beispielsweise kann er einer beschuldigenden Person aufzeigen, dass sie bereits das selbe in einem anderen Kontext getan hat. Denn oft sind es die eigenen Macken, die einen am Partner stören, ohne dass man sie bei sich selbst sehen kann.

Fazit: Die Paartherapie als Ausweg?

Trotz allem ist die Paartherapie sehr beschränkt. Denn solche Situationen können zwar vorkommen, doch oft fehlt das grundlegende Verständnis für seinen Partner. Gibt es ein ernsthaftes Problem, über welches das Paar schon selbstreflektierend gesprochen hat und nicht in hitzigen und emotionalen Tönen, dann gibt es oft keine Lösung. Ein Therapeut muss so ehrlich bleiben, dass er zu große Unterschiede auch als solche kennzeichnet und somit keinen Ausweg mehr finden kann.

Doch gerade deswegen ist die Paartherapie zu empfehlen: Entsteht die Krise nur aus einem Gefühlsdilemma und nicht aus stichhaltigen Gründen, hilft der Therapeut, wieder zusammenzufinden. Gibt es jedoch handfeste Unterschiede und gewaltige Diskrepanzen, dann ist eine Trennung oft notwendig. Wird diese nicht durchgeführt, sind oft beide Teilnehmer der Beziehung unglücklich. Ein Therapeut kann auch hier helfen, eine schwere, aber richtige Entscheidung zu treffen.

Paar Stressmanagement Therapie

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