Kinder und soziale Medien

Die heutige Generation kann sich ein Leben ohne Social Media nicht mehr vorstellen.

Whatsapp, Instagram und Facebook gehören zum täglichen Leben dazu.
Täglich verbringen Kinder und Jugendliche mehrere Stunden auf den beliebten Webseiten. Dabei spielt die Angst, etwas zu verpassen, eine grosse Rolle.

Vor allem Mädchen leiden vermehrt unter Mobbingangriffen über die sozialen Medien.

Süchtig nach Social Media

82% der 13-jährigen in der Schweiz besitzen ein Smartphone. Fast jeder ist in den sozialen Netzwerken angemeldet, zumindest in einem. Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahren verbringen pro Tag etwa 3 Stunden in den jeweiligen Apps, Jungen etwas weniger.

Je älter die Jugendlichen sind, desto höher wird jedoch auch die Zeit, die sie auf den Plattformen verbringen. So gab ein Teil der 1000 befragten an, manchmal 5 Stunden online zu sein. 2,6 Prozent der Befragten gaben an, unbegrenzt durch die Apps zu scrollen, da sie anders unruhig würden und sich gereizt fühlten.

Chatten statt treffen

Wer nutzt ihn nicht, den kostenlosen Messenger Dienst Whatsapp? Doch während Erwachsene den Nachrichtendienst in erster Linie aus praktischen Gründen nutzen, verbringen die Jugendlichen hier oft Stunden. Statt sich nur über den Messenger zu verabreden und dann persönlich zu reden, wird oft stundenlang geschrieben. So wird vieles geschrieben, was man seinem Gegenüber niemals ins Gesicht sagen würde. Streitigkeiten stehen schwarz auf weiss und grün im Handy und können nach Belieben hervorgeholt, gezeigt und verbreitet werden.

Jugendliche verlieren das Gefühl, sich mit jemandem Angesicht zu Angesicht zu unterhalten, gerade über persönliche Themen. Die Kompetenz, persönlich mit jemandem umzugehen verschwindet langsam und führt unter Umständen zu Bindungsschwierigkeiten.

Mobbing im Netz

Ein so komplexes und schwieriges Thema, dass es bereits Bücher dazu gibt, sind Foppereien und Mobbing in den sozialen Medien. Nicht selten liest man auf Facebook oder Instagram keineswegs nette Kommentare. Das ist jedoch nur die Spitze des Eisbergs.

Viele solcher Kommentare werden von den Nutzern selbst gelöscht, da sie nicht wollen, dass auch andere sie sehen. Die Wunde, die sie verursacht haben, bleibt jedoch.

Von gemeinen, aber noch weniger schlimmen Kommentaren geht es hin zu regelrechtem Blossstellen, wenn etwa Geheimnisse von anderen öffentlich gepostet werden oder ähnliche Kommentare zu Hauf unter jeglichem Bild zu finden sind. Die Anonymität lässt solche Dinge zu, gegen die sich die Opfer nur schwer wehren können. Nicht selten kommt es vor, dass völlig fremde Personen Hass-Kommentare unter Bilder schreiben, deren abgebildete Personen sie nicht einmal kennen.

Der Übergang zum Mobbing ist fliessend. Einerseits ist der Spott aus der Schule, der auch nachmittags über Whatsapp und andere soziale Medien weitergeht, andererseits Mobbing, das erst online beginnt. Über die kostenlosen Nachrichtenmöglichkeiten können Täter ihre Opfer mit gemeinen Behauptungen überschütten, die früher oder später gelesen werden. Opfer berichten, ihr Smartphone und die Kommentare auch nicht einfach abschalten zu können. „Man will am Ende des Tages doch wissen, welche schlimmen Gemeinheiten über einen verbreitet wurden, welche verletzenden Nachrichten man bekommen hat“, äussert sich eine Neuntklässlerin auf Youtube, die dort offen über ihre Probleme spricht.

Wirklich helfen tut gehen Online-Mobbing nur das Abstellen der Geräte und der Rückzug aus der virtuellen Welt des Internets.

Der richtige Umgang

Bereits für Kinder ist es wichtig, den Umgang mit den sozialen Medien zu lernen.
Sie sollten lernen, nicht jedem zu vertrauen, der sie in den sozialen Medien anschreibt. Genauso sollten nur die Daten angegeben werden, die wirklich notwendig sind. Der volle Name, Wohnort, Geburtstag, Schule und andere sensible Daten sollten nicht öffentlich gemacht werden. Zum Geburtstag werden alle echten Freunde gratulieren, die sich den Tag im Kalender notiert haben.
Trotzdem ist es nicht ratsam, das Handy einfach wegzunehmen, wenn das Kind über die Stränge schlägt. Es gibt viele Möglichkeiten, um die Nutzungszeit zu kontrollieren und zu lenken. Unter 13 Jahren sollten Kinder generell nicht mehr als 1 Stunde täglich am Handy sein und besonders abends mindestens 60 Minuten vor dem Schlafengehen sollten sie auch Smartphone, Fernsehen und weiteres verzichten.

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