Grundzüge der Alexander-Technik

In der Welt der übertriebenen Arbeitszeiten und sich häufenden körperlichen Beschwerden gibt es immer mehr Methoden und Versuche, die körperliche Gesundheit aufrechtzuerhalten. Das wird bei unseren Arbeitszeiten oft schwierig. Auch wenn diese sich innerhalb der letzten 50 Jahre als rückläufig erwiesen haben, gibt es doch mittlerweile immer mehr Berufe, in denen man sehr flexibel sein muss. Hat man ein Projekt oder einen Auftrag noch pünktlich abzuliefern, ist man eventuell wochenlang überdurchschnittlich lange auf der Arbeit. Auch wenn die Zeit danach ruhiger wird, bedeuten diese anstrengenden Phasen auch hohe körperliche Belastung.

In der Schweiz belaufen sich die durchschnittlichen Arbeitszeiten bei Vollzeitbeschäftigungen auf etwa 42 Stunden. Dabei gibt es jedoch viele, die weniger als 40 Stunden pro Woche arbeiten und damit auch viele, bei denen die Zahl auch jenseits der 45 Stunden liegt.

Gewohnheiten – unersetzbar, aber gefährlich

Wir Menschen sind Gewohnheitstiere. Ich persönlich bin der festen Überzeugung, dass auch Disziplin zum Kinderspiel werden kann, wenn man das Ziel und die dahinführenden Methoden zur Gewohnheit macht. Meistens stehen uns diese aber eher im Weg. Auf der Arbeit können wir diese Problemstellen benennen, welche fast flächendeckend bemerkbar sind: Eine verkrampfte Handhaltung, ein gekrümmter Rücken, ein nach vorne gestreckter Hals. All diese Positionen wirken sich schlecht auf unseren Körper aus, sie aber zu verändern vergessen wir meist einfach über den Tag hinweg. Es ist bequemer, sich in seine alte Gewohnheit fallenzulassen.

Genau mit diesem Problem befasst sich auch die Alexander-Technik: Der Begründer Frederick Matthias Alexander hatte den Gedanken, eine Methode zu entwickeln, mit der man Gewohnheiten durchbrechen kann. Diese bezieht sich besonders auf körperliche Verhaltensweisen. Laut seiner Erklärung arbeiten in uns sowohl die körperlichen, als auch die seelischen und geistigen Prozesse zusammen. Somit ist auch für sein Prinzip wichtig, mentale und körperliche Eigenschaften zu verbinden. Wenn man darüber nachdenkt, erscheint dies auch vollkommen logisch: Der Körper äußert zwar, dass eine Fehlhaltung vorliegt, indem er Signale von Beschwerden, Schmerzen oder ähnlichem aussendet. Somit wissen wir, dass wir eigentlich etwas ändern müssten, ohne dass ein Arzt dies erst untersuchen müsste. Trotzdem begeben wir uns immer wieder in diese Position, weil unsere mentale Fähigkeit nicht ausreicht, die vielleicht unangenehmere, aber gesündere Position, als Primärhaltung zu speichern. Würden wir vom Kopf her etwas wissen und wirklich wollen, passt sich der Körper daran an.

Wichtig bei der ganzen Technik ist auch das Prinzip, energiesparend zu arbeiten. Eine aufrechte Haltung soll nicht dadurch entstehen, dass man dauerhaft Körperspannung aufrechterhalten muss. Der minimale Aufwand zum maximalen Erfolg ist also die Devise.

Der Unterricht der Alexander-Technik

Während des Unterrichts wird den Teilnehmern beigebracht, auf seinen Körper zu achten. So banal dies auch klingt, sollen doch auch die kleinsten Bewegungsmuster oder Unterschiede bemerkt werden, um sie korrigieren zu können oder dauerhaft zu ändern. Anweisungen und Korrekturen durch den Lehrer helfen dann dabei, die optimale Position zu finden.

Dabei geht es sehr praktisch zu, anstatt mit abstrakten Übungen: Beispielsweise ist auch das richtige Bücken und damit verbunden auch das Heben teil der Lehreinheiten. Besonders hier gibt es enorm viele Fehlerquellen, durch die sehr schnell Gelenkprobleme und ähnliches entstehen können. Allgemein geht es darum, die Situationen, welche einem jeden Tag am häufigsten begegnen, möglichst genau durchzugehen und professionelle Ratschläge dazu zu erteilen.
Bei dieser Technik lernt man mit alltäglichen Aufgaben aus physiologischer und kinästhetischer Sicht besser umzugehen. Sei es nun die Haltung beim Sitzen, der aufrechte Gang oder richtige Rückenhaltung: Für alles werden hier Einweisungen und Tipps geboten, wie die anfallende Belastung auf den Körper verteilt wird, ohne dabei einzelne Areale übermäßig zu belasten. Somit kann man auf entspannende Art und Weise für eine Minimierung körperlicher Einschränkungen sorgen.

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